Suchmaschinen Fundstücke
Angeregt durch einen Kommentar zu meinem Artikel US Suchmaschinen Ranking habe ich mich auf die Suche nach alten Statistiken zum deutschen Suchmaschinen-Markt gemacht. Vor allem interessierte mich, wie sich die Marktanteile bei den Suchen im Laufe der Jahre verschoben haben.
Fündig geworden bin ich u.a. im Newsletter-Archiv von Webmaster-Ressource vom Dez. 1999:
- www.Yahoo.de (33,7% Marktanteil)
- www.Infoseek.de (9,3 % Marktanteil)
- www.Fireball.de (9,2% Marktanteil)
- www.Web.de (6,9 % Marktanteil)
- www.Altavista.de (5,4% Marktanteil)
- www.Lycos.de (5,3 % Marktanteil)
- www.Altavista.com (4,8% Marktanteil)
- www.Dino.de (2,6% Marktanteil)
- www.Excite.de (2,5 % Marktanteil)
Zwar kenne ich die Quelle der Daten nicht, die Zahlen erscheinen mir aber plausibel. Schon interessant, so sah die Suchmaschinen-Welt in Deutschland im Jahre 1999 aus. Noch ist nichts von Google zu sehen, was nicht verwundern sollte, da Google erst im September 1999 seinen offiziellen Start verkündete. Vorher war Google, drei mal dürft ihr raten, ein Jahr lang als Beta-Version unterwegs :)
Anfang des Jahres 2001 hatten sich die Marktanteile dann schon deutlich zu Gunsten von Google verschoben, zumindest wenn man alten Webhits-Zahlen Glauben schenken mag:
- Google 19,6 Prozent
- Yahoo 19,2 Prozent
- Lycos 11,6 Prozent
- Fireball 8,9 Prozent
- web.de 7,6 Prozent
- Altavista 6.7 Prozent
- MSN Web-Suche 6,2 Prozent
- Meta.Ger 6,1 Prozent
- Infoseek 4,2 Prozent
- Allesklar 1,0 Prozent
Ein rasante Entwicklung, ein Jahr zuvor soll Googles Marktanteil bei lediglich 6% gelegen haben. Und es ging rasant weiter in 2001. Die folgenden Statistiken zur Nutzung von Suchmaschinen (lernen im internet) zeigen ganz deutlich, wie Google innerhalb von wenigen Monaten die Konkurrenten hat stehen lassen. Verdopplung des Marktanteils in weniger als einem Jahr, das soll denen erst mal jemand nachmachen. Hier die letzte der drei Statistiken:
- Dezember 2001
- Google 40.0%
- Yahoo 14.7%
- Lycos 9.0%
- MSN Web-Suche 7.0%
- T-Online 5.4%
- web.de 4.6%
- Altavista 4.4%
- Meta.Ger 4.0%
- fireball.de 3.2%
Man kann hier sehr schön das traurige Abgleiten der einstigen deutschen Suchmaschinen-Hoffnung Fireball erkennen. Von 9 auf 3 in weniger als einem Jahr. Und heute? Heute wird Fireball bei Webhits mit erbärmlichen 0,1% gelistet, Google hingegen mit 87,5%. Wenn man dann noch die Google Partner-Suchen von T-Online und AOL mit einbezieht, dann wickelt Google in Deutschland mehr als 90% der Suchanfragen ab.
Vielleicht hat ja jemand noch ein paar weitere nette und alte Statistiken auf Lager oder kann passende Trendcharts für die letzten Jahre vorweisen? Dann immer nur her damit. Mich interessiert das, und ich denke die Leser hier auch :)
Analyse, Google, MSN, Statistik, Suchmaschinen, Yahoo, Zeitgeschichte
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Trackback | 2. März 2007 um 23:30 | individueller Trackbacklink
Ranking-Chart der Suchmaschinen
Gerald hat noch einmal nachgelegt und eine nützliche Analyse zur Verschiebung des Suchmaschinenkuchens seit 1999 geliefert. Beim Studium seiner Analyse wird schnell klar, dass es durchaus zweckmäßig ist, Ranking-Charts von Zeit zu Zeit einmal festzu…
Pingback | 3. März 2007 um 10:15 | individueller Pingbacklink
[…] Gerald Steffens hat auf seinem SOS SEO Blog eine interessante Statistik zusammengestellt: wie Google in dramatisch kurzer Zeit den gesamten Suchmaschinenmarkt aufgerollt hatte. Mich bestätigt das in meiner Vermutung, dass Suchmaschinenanbieter zwar nicht gleich Pleite gehen, sobald ein neuer Spieler mit einer wesentlich besseren Suchtechnik erscheint, aber die User gehen genau dahin, wo man die besten Suchergebnisse bekommt. Google ist imho hinsichtlich der Suchergebnisse nicht mehr wie früher besser als Yahoo oder MSN. Es ernährt sich lediglich vom saustarken Branding. Das beweisen auch Untersuchungen, bei denen man Usern vorgaukelt: man tauscht einfach das Layout von zwei Suchmaschinen aus (Google vs. XYZ) und prompt fällt jeder User darauf rein, weil er die vermeintlichen Google-Treffer (die von der anderen Suchmaschine gespeist werden) viel besser findet;))) […]
Kommentar | 3. März 2007 um 14:05 | individueller Kommentarlink
Da fehlt doch überall Webcrawler, die waren doch groß damals???!
Kommentar | 3. März 2007 um 21:11 | individueller Kommentarlink
Wir haben selbst dieses Monster geschaffen, ich und du, und die anderen auch… Dadurch dass es sich alles nur um Google drehte, das man die anderen fast vergessen hat. Habt ihr jemals für die anderen Sumas optimiert? Ich nicht. Und was bekommen wir dafür? Kommerzialisierung des Monopolisten. Seit gestern sind Maps da, bei der lokalen suche, habt ihr schon gesehen? Für Googles erfolge gab’s doch ein Grund - sie haben die besten Suchergebnisse geliefert. Aber nun wollen Sie nur Kohle - mit Maps sind die ersten 6 Suchergebnisse besetzt! 6! Und die ganze rechte Seite. Also ich kann mir kaum vorstellen dass ein einfacher Nutzer nicht auf die Werbung klickt! Also ich will kein Google mehr, ich fühle mich irgendwie betrogen dass ich nur Werbung auf der ersten Seite bekomme und keine “freien” Suchergebnisse…
Pingback | 4. März 2007 um 11:21 | individueller Pingbacklink
[…] Ach, was waren das noch für Zeiten: Suchmaschinen Fundstücke […]
Kommentar | 5. März 2007 um 21:17 | individueller Kommentarlink
Ist schon erschreckend, wieviel Prozent Marktanteil Google grade in Deutschland hat und wie schnell sich das ganze entwickelt hat. Aber darf man dabei nicht vergessen, dass Google halt die besten Ergebnisse liefert und deshalb Marktführer ist. Meckern tun doch fast nur die SEOs, die durch die Monopolstellung vollkommen abhängig von den Google SERPs werden.
Kommentar | 6. März 2007 um 09:20 | individueller Kommentarlink
Wenigstens weiß man nach wem man sich beim Optimieren richten muss. Einen Großen, dessen Anforderungen man einigermaßen einschätzen kann, ist mir doch lieber als 10 verschiedenen die alle ne extra Wurst brauchen.
Die neuen Regionalen Suchergebnisse sind aber echt nervig! Aber klar wer den Marktanteil hat, hat die Macht! Mal schauen wann sich das ändert!
Kommentar | 7. März 2007 um 22:00 | individueller Kommentarlink
Wir sind auch “Google”?!?
Kommentar | 7. März 2007 um 23:06 | individueller Kommentarlink
aaarg. wir sind nicht google sondern ich werde noch gaga bei der qualität an kommentaren hier. den link habe ich erst mal gestrichen, eine mindesthöhe an sinn und verstand sollte schon vorhanden sein um sich einen link abholen zu dürfen.
Pingback | 9. März 2007 um 09:31 | individueller Pingbacklink
[…] Matt Coddington hat mich mit seinem Beitrag: „The Problem With the Online Earning Mindset“ wieder auf einen Gedanken gebracht, den ich schon vor längerer Zeit hatte. Damals als Google immer mehr ins Rampenlicht des Suchmaschinenmarktes vorstieß, habe ich zum ersten Mal von Googles Credo „Don’t be evil“ (=Sei nicht böse) gehört. Ich fand das schon immer eine gute Firmenphilosophie und will gar nicht darüber diskutieren, ob sich Google heute noch an dieses Motto hält. […]