Kochbuch Attacken – Angriff der Killertomaten

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Erst der Fernseh-Beitrag von plus-minus, dann das Nachtreten gegen Nerdcore, jetzt scheint das Faß übergelaufen zu sein. Die Killer-Tomaten schlagen zurück. Es heißt Angriff auf das Kochbuch.

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich in meinem persönlichen Weblog einen Artikel wider den Abmahnwahn geschrieben, in dem ich u.a. auf die leidige Abmahnaffäre rund um Marions Kochbuch eingegangen bin. Dabei habe ich auch dezent auf Möglichkeiten für gemeinsame Gegenmaßnahmen hingewiesen:

Da diese Bilder also arme Blogger teuer zu stehen kommen, könnte man auf die Idee kommen ein gutes Werk zu tun und versuchen, alle möglichen lizenzfreien Bilder an Spitzenpositionen in der Bildersuche zu platzieren

Kurz zuvor hatte ich im SOS SEO Blog ein kostenloses Brötchen-Foto abgelegt, um mal zu sehen, wie leicht oder schwer es ist, ein Bild von einem Brötchen in der Bildersuche nach oben zu lancieren. Wie man sieht, mein Brötchen hat die erste Seite erreicht, liegt aber noch deutlich hinter Herrn Kniepers Foto-Kunstwerk.

Diesem viel näher auf den Pelz gerückt war zwischenzeitlich das Brötchen vom RA-Blogger, dass sich schon bis auf den dritten Platz vorgeschoben hatte, aber dann aufgrund einer unglücklichen robots.txt Deklaration aus dem Bilder-Index gekickt wurde. Zwar hat Thomas Klotz seine robots-Datei darauf hin wieder entschärft, doch Googles Bildersuche konnte er bis heute nicht wieder für sein 0-Euro Brötchen begeistern.

Wir sehen, im Prinzip geht da was. Und einige haben schon in der Vergangenheit auf Lösungen für Marions Kochbuch hingewiesen, nur keiner hat hingehört.

Begeistern können sich jetzt aber eine ganze Menge Blogger (z.B. in den Kommentaren bei Robert) für eine konzertierte Aktion gegen das Kochbuch, selbst Blog-Größen wie der Spreeblick schreiben zum Thema und/oder unterstützen Projekt-Ideen wie Lebensmittelfotos.com. Überhaupt sprießen die reaktionären Bilder-Datenbanken zur Zeit wie Chilischoten aus dem Boden. Nur einer schießt quer, DonAlphonso warnt vor Bildern aus Datenbanken. Nicht zu Unrecht, weiss letztendlich doch keiner, wer wo was warum, mit welchem Recht oder welcher Absicht auch immer, dort einstellt.

Ich sympathisiere mit den Aktivisten, auch wenn ich davon ausgehe, dass zu einem guten Teil Linkbait-Überlegungen eine Rolle spielten, denn die Abmahnrezepte aus Marions Kochbuch schmecken mir schon lange nicht mehr und bedürfen dringend einer Überarbeitung. Ich stelle auch gerne einen Server, auf den ihr alle Linken dürft, natürlich nur um der guten Sache willen ;-)

Zum Schluss noch mein Senf zum angerichteten Salat. Ich finde es gut, dass was passiert. Und ich hoffe, die Blogosphäre kann sich auf wenige Kriegsschauplätze einigen. Aber ich glaube auch, dass hier etwas vorschnell geschossen wurde. Etwas mehr Diskussion und Vorarbeit hätten der Sache nicht geschadet. Und falls es jemanden interessiert, ich wäre das ganze dezentral angegangen.

Wenn ich schon auf Rezepte verlinken muss, dann nicht auf die von Marion. Wenn ich auf ein Kochbuch verlinke, dann nicht auf das von Marion. Wenn ich einen Link zum Abmahn-Kochbuch setzen würde, dann nur mit nofollow. Wenn ich jemanden kennen würde, der dort hin verlinkt, dann würde ich ihm das hier zu lesen geben. Wenn jemand ein kostenloses Brötchen-Foto ins Blog stellt, dann verlinke ich ihn. Wenn …

Ich könnte jetzt so weiter machen, aber ich will euch nicht um eure eigenen tollen Ideen bringen. Phantasie ist alles – haut rein ;-)

Update: Anbei noch ein kritische Stimme: Kampfansage an Rechtsverdreher. Man sollte immer alle Seiten hören und sich dann seine eigenen Gedanken machen.

22 Gedanken zu “Kochbuch Attacken – Angriff der Killertomaten”

  1. Ja, solche Geschichten können einen doch glatt zum Kochen bringen. Deine Rezepte gegen Bilderdiebe könnte sicherlich erfolgreich sein, aber eine Melange wie die geheimnisvolle Blogosphäre zu konzertierten Aktionen zu bringen, ist sicher nicht leicht. Und ich erlebe es immer wieder, dass Leute auch von meinen Seiten (speziell aus der Fotogalerie einer Community) Bilder entnehmen. Ohne Nachfrage etc. Insofern leistet der Abmahnwahn von Marion & Co. tatsächlich einen guten Dienst, wenn er ein wenig mehr Respekt für Urheber bringt. Der Rest ist natürlich überzogen.
    Ich weise Content- oder Bilderdiebe per Mail freundlich aber bestimmt darauf hin, bitte um Entfernung oder Angabe des Urhebers samt Linksetzung. Und muss oft erleben, dass ich dann auch noch dumm angemacht werde *seufz*

  2. Hi. In jedem Fall freie Fotos von Lebensmitteln gibt es bei der Medienverwaltung der Wikipedia (Wikimedia), den Commons. Siehe hier:
    http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Food
    In Unterkategorien sortiert findet man Fotos, die frei verwendbar sind, mit den entsprechenden Lizenzen gekennzeichnet sind und deren Urheber oder Quelle angegeben ist.
    Hält man sich an die Lizenzen (also in der Regel Nennung des Urhebers und Link zur Quelle) lassen sie sich problemlos und abmahnfrei benutzen.
    Gruß,
    Arne

  3. OK. Die Abmahnerei gerät aus den Fugen.

    Allerdings stellt sich auch die Frage, wie man als Rechteinhaber am besten vorgehen sollte, wenn Verstöße entdeckt werden. Ich kenne aus eigener Erfahrung den Aufwand, den es verursacht, wenn man einen Urheberrechtsverletzer auf einen solchen Umstand hinweist und freundlich, aber mit Nachdruck darum bittet, den entsprechenden Content zu entfernen. Es ist wirklich abenteuerlich, was man dabei erlebt. Nicht selten folgen etliche Mails, Beschimpfungen, laienhafte Hinweise auf juristische Entscheidungen, die nicht passen, Drohungen, SPAM, usw. Ebenso, wie sich die Abmahnerei zum Sport entwickelt hat, geschieht es auch mit der Verteidigung von seiten der “Plagiaristen”.

    Also was tun?
    Ich könnte eine Firma beauftragen, die in meinem Auftrag Verstößen nachgeht und die ganze Kommunikation übernimmt. Aber das kostet mich; obwohl ich doch eigentlich der “Geschädigte” bin. Solche Kosten können dann nicht so einfach umgelegt werden.

    Also wer soll das machen?
    Es bleibt nur ein Anwalt. Oder wie würden die geneigten Leser das lösen?
    Ein Anwalt macht seinen Job, ohne das viel hin und her geschrieben werden muss, er wird bezahlt. Fairerweise muss ich sagen, dass man den Streitwert angemessen beziffern muss; ein Paprikafoto ist keine 10.000 EUR wert, nicht unter künstlerischen und auch nicht unter produktiven Gesichtspunkten.

    Ich denke, da liegt das Problem.

  4. Ich betreibe seit Jahren einen gut laufenden Blog. Ich habe Link-Überlegungen nicht zur Grundlage meiner Initiative genommen, weil – auch wenn das arrogant klingen mag – das nicht nötig habe. Ich könnte mich auch zurücklehnen und Knieper einen guten Mann sein lassen. Ich habe von dem Projekt lebensmittelfotos.com nichts als Arbeit und Kosten, sowie möglicherweise auch noch ein Risiko. Warum misstraut immer jeder sofort?

  5. Wie wärs damit: Einfach Bilder nicht veröffentlichen – dann kopiert die keiner.
    Mensch das ist das Zeitalter des Internet – verschiedene Gesetze sind überholt und damit muss man leben – ob man will oder nicht. Man hat am Ende keinen Nachteil davon. Am besten ist gleich eine CC-NC Lizenz – dann müssen die, welche wirklich Geld mit den Bildern verdienen blechen.
    Ich für meinen Teil backe meine Brötchen selbst und die Fotos kann jeder gern nutzen :)

  6. @dieter, nix für ungut, aber wenn jemand nicht nur arbeit, sondern auch geld aufwendet für eine sache, frage ich mich halt, was er davon hat. und in vielen fällen hat er dadurch irgendeinen vorteil. glaub mir, ich habe all diese ideen schon vor einem jahr gehabt, ein grund damit nicht raus zu gehen, waren meine bedenken wegen solcher vorwürfe, was der sache dann ja eher geschadet hätte. wobei ich es mit dem begriff seo in der url sicher noch schwerer gehabt hätte, der don hat neulich einen trackback von mir gelöscht, nur weil der von einer seo seite kam. dabei war das der erste trackback seit einer halben ewigkeit in seine richtung und m.e. einer, der sinn gemacht hat. das schmerzt. nicht umsonst hatte ich vor einem jahr zum thema in meinem privaten Blog geschrieben.

    zudem habe ich bauchschmerzen, was die rechtliche seite angeht. der gute herr kniepert wird sich nicht ohne wehr sein geschäftsmodell zerschiessen lassen. ob da wettbewerbsrecht, persönlichkeitsrecht, namensrecht oder urheberrecht als verteidigungsinstrumente herangezogen werden können, keine ahnung, aber sicher birgt der rechtliche bereich ein großes gefahrenpotential.

    nichtsdestotrotz – ich drück dir die daumen, dass alles gut geht. ich fände auch ideen gut, die mit adsense und co für einnahmen sorgen würden, die dann einem guten zweck zukommen – könnte man in not geratenen bloggern finanziellen beistand leisten oder andere gute dinge mit tun. nur muss das alles offen und nachvollziehbar ablaufen. abgesehen davon, ich habe dein blog im feedreader, ich werde die geschichte weiter verfolgen, ich werde auch gerne mal einen link für die gute sache beisteuern. ich wünsch dir viel glück mit und für dein projekt.

  7. Hallo,
    vorweg: die Vorgehensweise der Familie K. finde ich so auch nicht ok,
    Aber:
    Ich kann gut verstehen, dass die Familie sich über Contentdiebe ärgert.
    Auch ich betreibe eine Rezepte Seite und es kommt leider immer häufiger vor, dass sich einige Gehirnakrobaten unseren Content 1:1 kopieren.
    Egal ob Bilder, Rezepte oder Artikel.
    Leider mussten wir genau wie “Ein kochendes Loewenherz” feststellen, dass höfliche Mails mit der Bitte um Unterlassung meist gar nichts bringen.
    Im Gegenteil man wird wirklich richtig dumm angemacht.
    Ja und was bleiben mir dann als Webmaster noch für Alternativen?
    Dann muss man halt einen Anwalt einschalten. Und dieser kostet nun mal Geld!
    Aber wie gesagt, erst nach dem man versucht hat, die Sache gütlich zu regeln! Wenn die Contentdiebe dann nicht reagieren, haben sie es nicht anders verdient! Oder?

    Tkni

  8. Ich finde diese Einstellung – “ich klau mir mal hier ein Bild und da ein Bild” – schon etwas verwunderlich. Das Urheberrecht ist ja wirklich nichts neues und wenn sich der Herr da wehrt, kann ich das nur unterstützen. Da er aber anscheinend von Google lebt, kann man natürlich da wirklich mal was schönes machen. Muss ja nicht unbedingt mit jedem Bild da vorne ranken. Ich hab da doch glatt noch eine 10 Jahre alte Rezepte-Domain gefunden in meinem Keller, die nicht durch Dialer verbraucht wurde…

  9. Pingback: Kochbücher sind in bei SEOs
  10. Erstmal: Ich sehe die Diskussionen um die Abmahnerei genauso. Aber als Fotograf möchte ich mal auf folgendes hinweisen: Bei all den Anstrengungen gegen diese unsinnige Masche vorzugehen, darf nicht der Eindruck entstehen, dass das Urheberrecht missbraucht wird um daraus Profit zu schlagen. Das Urheberrecht ist gut und notwendig – und wer es bricht, muss auch die Konsequenzen tragen. Egal wie viel ein Bild wert ist oder was es zeigt.

    Warum ich das schreibe: Weil ich jüngst das umgekehrte Problem hatte. Als Betreiber eines Fotoblogs mit Konzertbildern hatte ich massenhaft Probleme mit verlinkten Bildern. Alle Bemühungen, gegen Hotlinking vorzugehen waren sinnlos, da die diversen Methoden aus bekannten Gründen nicht funktionieren (Referrercheck versagt bei Feedreadern). Das Verlinken der Bilder -hauptsächlich aus MySpace und Knuddels.de heraus- hat mehrfach dazu geführt, dass das reichlich bemessene Trafficlimit überschritten und mein Server gesperrt wurde. Zudem wurden die Bilder in aller Welt verwendet, ohne das eine Honorierung oder gar ein Hinweis erfolgte. Handythemes mit meinen Bildern und einkopierten Bandlogos zählten da noch zu den kreativsten Klaugründe.

    Die Betreiber der Seiten zu erreichen ist oft nicht möglich und darüber hinaus wertlos, weil sich mit jedem entfernten Link drei neue auftun. Die Konsequenz daraus ist die Schließung des Blogs, weil dem Problem des Hotlinkings nicht anders beizukommen ist, als dem Entfernen der Bilder. Und ohne Bilder gibt’s halt auch kein Blog.

    So sieht die andere Seite aus – deshalb sollte es eigentlich mit jeder Bemühung, eine Site aus dem Googleindex zu werfen auch ein Hinweis darauf verbunden sein, die Rechte der Fotografen zu respektieren. Nicht jeder, der Bilder ins Netz stellt, tut das um zu verdienen. Aber wer es tut, hat auch sehr oft das Nachsehen.

  11. Ich glaub die Meisten haben einfach lange Weile!

    Man darf ein Bild – wenn man nicht das Urheberrecht bzw. Nutzungsrecht hat – nicht verwenden!

    So einfach ist das!!! Daberi spielt es überhaupt keine Rolle was auf dem Bild zu sehen ist!!

    Jetzt den “großen Aufruf” starten ist einfach nur lächerlich!!!!!

    Dann verbratet mal Eure Zeit mit Euren “kostenlosen Nahrungsfotos”! Das “Volk” wird es Euch schon danken – mit NICHTS!

    Freak

  12. Naja ich persönlich verstehe schon beide Seiten.
    Aber am einfachsten kann man dieses Problem wohl mit 1-2 neue Metatags lösen :)

    1 TAG für Bilder ob sie free sind oder nicht
    und 1 TAG für Texte.

    Gibt es die Metaangaben nicht dann sind sie auch nicht free und stehen unter Copyright. Und für die Sumas sollte das ja recht simple sein diese Bilder dann z.B. so zu kennzeichnen. Oder die Order-Reihenfolge abzuändern :)

  13. Wer Die Historie und Linkpower der Website kennt, würde nicht darüber nachdenken Bilder in der G-Bildersuche vor deren Bildern zu positionieren.
    Da müsste Google schon das “System” umstellen ;)

    Davon abgesehen kenne ich (in diesem Bereich) keinen effektiveren Linkbait, selbst wenn nicht oder mit nofollow verlinkt wird steigt die “Popularität” der “Kochseite”….

    Dass das Urheberrecht ursprünglich nicht für solche Belange gedacht war und so rigoros für zweifelhafte Machenschaften ausgenutzt wird, kann sogar nachvollzogen werden, wenn man selbst wesentlich hochwertigere Text- und Bildinhalte zum Thema bereitstellt.

    Aber ich bau jetzt hier keinen Link ein ;)

  14. Moin,

    die besagte kochbuchseite hat doch garantiert nicht alles selber gekocht!
    Wenn besagter Fotograf die Bilder wirklich alle selber gemacht hat und 3 Mahlzeiten täglich zu sich genommen hat, hat er in den letzten 3 Jahren nicht ein Gericht doppelt gegessen!!!

    Wo steht die Umsatzsteuer-ID in seinem Impressum?
    Die Seite ist bei der ganzen Werbung auf JEDEN FALL gewerblich.
    Wenn er bei jeder Abmahnung seinen Schadensersatz durchpauken kann, ist er auch nicht von der Angabe befreit.
    Ich werde das zuständige Finanzamt mal anschreiben.

  15. Ich fand die Reaktion von Thomas Sixt (Chefkoch aus Wien, groß in der Food Fotographie) auf den Vorfall so richtig gut! Er hat für die meisten seiner 2000 Rezepte sehr professionelle Bilder gemacht und jeder Blogger durfte unter Quellenangabe bis zu 50 Bilder frei nutzen. So wirds gemacht!

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