Google wird mir zu persönlich

Die Sache mit der Google Personalisierung schlägt in Seo-Kreisen schon ganz ordentliche Wellen. Doch nicht alle sehen gleich so schwarz wie die United-Jungs, Johannes z.B. bleibt ob der Google-Personalisierung recht gelassen und erwartet keine nennenswerten Veränderungen. Ich bin mir da nicht so sicher. Wobei ich mir auch nicht so sicher bin, ob das alles so bleibt oder ob Google sich da nicht ein Ei ins Nest gelegt hat. Sicher werden durch eine solche Aktion die Datenschützer noch mehr aufgeschreckt, als sie es ohnehin schon sind. Gerade erst die Diskussionen um Google Analytics, jetzt diese Zwangs-Personalisierung. Big Brother zeigt sein wahres Gesicht, und da steht drin geschrieben: G o o g l e. Wozu diese Maßnahme? Es gibt doch schon die Möglichkeit zur Personalisierung?

Wenn ich das so toll fände, dann wäre ich permanent eingeloggt mit Google unterwegs. Bin ich aber nur ganz selten. Und das hat nicht nur etwas mit meinen Seo-Interessen zu tun. Ich fühle mich einfach unbehaglich wenn jemand mir derart genau auf die Finger schaut. Und wenn es nur eine Maschine ist. Ich würde mich schwer wundern, wenn es nicht ganz vielen Menschen da draußen im Web ganz ähnlich ginge. Es stellt sich mir die Frage, wieviele Google-User überhaupt die personalisierte Suche nutzen bzw wie sich die Quote personalisierte/unpersonalisierte Suche bis heute entwickelt hat. Waren nicht genügend User bereit, sich Big Brother persönlich anzuvertrauen?

Vielleicht hat Google ja geglaubt, wir würden uns alle freiwillig auf die Schlachtbank der Privacy legen und nachdem das nicht wie gewünscht geklappt hat, will man uns halt mit einem Cookie das Fell über die Ohren ziehen. Denn eines fällt auf. Google verpasst uns erst einmal ungefragt den Keks, wir müssen also selber aktiv werden, um den Daten-Spitzel auszuknipsen. Sauber wäre es ja eher andersrum. Wenn jemand personalisiert werden will, dann kann er sich den Cookie doch auf Wunsch setzen lassen. Insofern missfällt mir Googles Vorgehensweise ganz gewaltig. Wenn sich ein Volk nicht impfen lassen will, dann muss man ihm nicht den Impfstoff heimlich ins Trinkwasser kippen. Und jetzt würde mich noch eure persönliche Meinung zum Thema interessieren:

    Wie findest du die personalisierte Google Suche?

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19 Gedanken zu “Google wird mir zu persönlich

  1. Das ding habe ich gestern gleich ausgemacht.

    Aber ich erwarte ebenfalls keine großartigen Probleme mit dem veränderten Index – eher Vorteile ;) .

  2. Schön gesagt, die Trinkwasser Metapher. War es früher nicht so, dass Webseiten einen Intro-Screen hatten auf dem stand “He, um diese Seite korrekt betrachten zu können, müssen Cookies aktiviert sein!” Das könnte Google für die Startseite auch einbauen..

  3. Meiner Freundin (hat nix groß mit Internet am Hut) war die Meldung völlig egal (schulterzucken)….

    Auf dem Weg zu “besseren” SERPS ist es vielleicht richtig, allerdings fände ich den Weg “wer will kann’s aktivieren” auch besser.

  4. Bin begeistert, wenn häufig ausgewählte Domains besser gelistet werden, seh ich als Anbieter von Übersetzungsdienstleistungen zwischen den ganzen online-Wörtebüchern ja gut aus :-(

  5. Ich sehe das auch eher wie Sistrix. Schließlich lässt Google ja schon seit langem Nutzerverhalten in die SERPs einfließen. So krasse SERP-Änderungen wie es mit der Webhistory im eingeloggten Zustand war gibt es mit Sicherheit nicht. Es wird sich also kaum was verändern, da die User sich ja schon seit Jahren für Seiten entscheiden und damit ja das Ranking setzen/beeinflussen. Was mich allerdings nicht gefällt ist der 180 Tage Cookie der einem untergeschoben wird. Dieser wird bestimmt die ganzen Datenschutz Diskussion um Google weiteranfachen und ich denke das geht so nicht mit dem Deutschen Datenschutzrecht.

  6. Ich habs ja sonst nicht so mit dem Datenschutz aber das geht mir diesmal extrem zuweit. Werde die Cookies für die gesamte Google Seite ausschalten und mache bei diesem Zeugs sicherlich nicht mit. Finde es unverschämt das Google dieses Feature uns einfach so unterschiebt, niemand wird offiziel darüber informiert, nur die sich mit dem Thema beschäftigen wissen bescheit, das darf doch wohl nicht sein!

    Ansonsten ist das Feature auch eher überflüssig, Google hat schon so genug Daten über die Anzahl der aufgerufenen Webseiten etc. warum müssen sie dazu jetzt noch den Namen eines jeden Benutzers zu stehen haben?!

  7. Google bastelt ja an allen möglichen Dingen rum. Aber der Normalo-Surfer bekommt von dem allen nicht´s mit. Meine Kunden staunen immer wenn ich Ihnen die Möglichkeiten zeige.´

    Also bin ich ganz entspannt. Bis das in der breiten Masse angekommen ist gibt´s wieder was neues. Ob Google mir nen Cookie unterschiebt oder nicht, ist mir völlig egal, ich lösch eh alle zwei Tage.

  8. Servus Gerald! Ich kann mich deinem Artikel nur anschließen. “Spass” muß sein, aber irgendwo muß man auch mal eine Grenze ziehen – und die sollte man dort ziehen, wo einem “Big Brother” zwangsweise aufgedrückt wird, auch wenn es um die zusätzliche Optimierung der Serps geht. Von daher kann ich deine “Missgunst” durchaus nachvollziehen.

  9. Pingback: Meinereiners Meinungsfreiheit
  10. Ich lösche nach jedem Surfen eh alles Cookies / Temporäre usw…
    Aber sooo langsam geht mir Google mit der Sammelwut auf den “Keks”…

  11. Hi Gerald, ich muss Dir zustimmen… Langsam bekommt Google zuviel Kontrolle und diese Zwangspersonalisierung passt mir gar nicht. Wenn man über Google Mails empfängt, zusätzlich in einer Google Community (z.B. Orkut) registriert ist und darüber hinaus auch noch offenlegt, wonach man online so alles sucht und mal hoch rechnet, wie viele Google Nutzer das wohl so machen, dann könnte man glatt Google als den größten weltweiten Überwachungsapparat sehen.

    Auch schneidet sich Google damit ein klein wenig ins Fleisch, denke ich. Mit “organischer Suche” hat das Ganze neuerdings nur noch was für NonUser der personalisierten Suche zu tun…

    Bleibt abzuwarten, ob bing von der allgemeinen Datenschutz-Angst profitiert und und diejenigen, die weiterhin “unbeobachtet” suchen möchten, umsteigen…

  12. Hallo Gerald, guter Artikel – denke aber, dass ist nur die Spitze eines Eisbergs. Big G. hat da noch ganz andere Dinge vor! Daten sind heute wie Gold – und oft liegt es auf der (Daten-)Straße (wie z.B. die Kundenkarte bis Discounter um die Ecke). Der Standard-Mensch ist doof (ich auch) und ahnt nicht, wo das Ganze hinführen wird.
    Gruß Olli

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