SEO-Zertifikat

Birthe hat gerade einige Gedanken zum neuen SEO-Zertifikat vom BVDW gebloggt. Das Zertifikat hat eine Geschichte, die sich schon über Jahre dahinzieht und jetzt ihren Höhepunkt im SEO- und SEM-Zertifikat erreicht. Auch der BVDW hat eine Geschichte, früher firmierte man unter dem Namen DMMV und so richtig begeistert hatte man mich damals nicht, insbesondere was die Richtlinieninkompetenzen und auserlesenen Mitglieder anging.

Ende 2005 haben die Mitglieder des Arbeitskreises Suchmaschinen-Marketing mit einer grundlegenden Überarbeitung des bestehenden Zertifikates begonnen und heraus kamen zwei neue Zertifikate.

Der Arbeitskreis entwickelte daher zwei unterschiedliche Zertifikate, die sich zum Einen mit der Vermarktung von Paid Listings („SEM“) sowie der Suchmaschinenoptimierung („SEO“) auseinander setzt. Durch die neue Zertifizierungsstruktur ist es zudem möglich, das Zertifikat unabhängig von der Mitgliedschaft im BVDW oder im Arbeitskreis Suchmaschinen-Marketing zu erhalten.

Ist das nicht toll. Jetzt muss man nicht mal Mitglied in dem Verein werden um in den Genuss dieses außerordentlichen Zertifikates zu kommen. Und für Nichtmitglieder sind die sich auf schlappe 3750 Euro aufsummierenden Kosten doch kein Hindernis. Oder der Handelsregistereintrag. Oder die 250.000 Euro SEO-Honorarvolumen. Ganz zu schweigen von den in keinster Weise schwabbeligen Kriterien zur Arbeitsweise. Na ja, immerhin wäre da ja auch noch der Punkt Transparenz:

Das Kriterium gilt als erfüllt, wenn das Unternehmen die folgenden Punkte nachweisen kann:
· Offenlegung von mind. 5 aktuellen SEO-Projekten gegenüber dem Prüfungsgremium
· Offenlegung der Vorgehensweise gegenüber Kunden/Interessenten
· Transparentes Preissystem

Ich hoffe ich bin im falschen Film. Ich soll also vor dem Prüfungsgremium die Hosen runter lassen, 5 SEO Projekte aufdecken inkl. Vorgehensweise und Preise??? Oder interpretiere ich da was miss? Wenn nein, dann müsste ich schnellstens BVDW-Mitglied werden und mich ins Prüfungsgremium hineinbewerben. Besser komme ich doch nicht dran an die Markt-Transparenz ;-)

Bei der dazugehörigen Presse-Mitteilung habe ich mich auch fast weggelegt.

„Insbesondere vor dem Hintergrund der unlängst erfolgten Sperrung von Kundenwebseiten im Google-Index, etwa der BMW Webseite, ist es für die werbetreibende Industrie wichtig, sich im Vorfeld über die seriöse Vorgehensweise eines Suchmaschinenoptimierers zu informieren. Das neue SEO-Zertifikat soll Marketingentscheidern hierbei eine wichtige unabhängige Hilfestellung bei der Auswahl eines geeigneten Dienstleisters geben“

Ich meine mich blass erinnern zu können, dass die SEO Company hinter dem BMW-Desaster früheres DMMV-Mitglied und zudem Mitglied der Projektgruppe Suchmaschinen war. Wundert sich jetzt noch jemand, warum ich skeptisch im Zusammenhang mit Zertifikaten und Vereinigungen aller Art bin? Wie sagte schon der große Philosoph Murphy: „Traue keinem Zertifikat das du nicht selber mit aufgesetzt hast!“

20 Gedanken zu „SEO-Zertifikat“

  1. (hier fehlt das händeklatschende Smiley)
    Der SEO Company von BMW hatte doch sicherlich ein schriftlichen Freibrief, um die „Optimierungsarbeiten“ so auszuführen? ;-)
    Und klar musst du Mitglied werden, denn nur so kannst du deine Konkurrenten am Besten kennenlernen und austricksen *grins*

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  2. Mir gefiel ja die Idee der whitehead seo mit ethnischer Suchmaschinenoptimierung besser.
    Aber sicher werden sich die einzelnen Gruppen auf einen Standart einigen können.

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  3. Ich setze da eher auf Leistung als auf kommerzielle Gruppenzugehörigkeiten. Spielt in der Gruppe einer falsch, kann das schnell mal unangenehm abfärben. Wer will das schon. Außerdem sind Zertifikate für mich kein Zeugnis von Leistungsfähigkeit. Entweder jemand versteht zu überzeugen – oder eben nicht. Zertifikate kann man sich heute überall kaufen. Bekanntlich sogar Dr.-Titel. Wen interessiert sowas heute noch?

    Einige Zertifikate erhält man wiederum durch „einfache“ Unterschrift. Dies ist wohl bei den Whitehead-SEOs der Fall. Im Grunde eine witzige Idee. Aber – unterschreiben kann man ja viel. Doch wen der Ehrencodex nicht wirklich interessiert, der wird sich im Zweifel einfach nicht dran halten…. Außerdem geht`s dort in der Hauptsache wohl um die Bestätigung, dass man einem Kunden gegenüber dazu bereit ist, die sich regelmäßig ändernden Google-Kriterien zu unterschreiben. Wer`s braucht… (?)

    Schließlich ist es auch nicht meine Art, mit meinen Zertifikaten in der Gegend herum zu rennen. Und by the way – waren die „BMW-Verbrecher“ nicht gerade diejenigen, welche als erste mit einem „Google-Zertifikat“ glänzten?

    Na ja, ich persönlich würde jedem Marketing-Entscheider empfehlen, erst die Hausaufgaben zu machen und dann den SEO-Auftrag zu vergeben. Wer Aufwand und Leistungsumfang einschätzen kann, ist einfach ein besserer Verhandlungspartner.

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  4. Größenwahn pur, kann ich da nur sagen. Auch ich kann mich noch an die Zeiten erinnern, als die ganze Truppe unter DMMV unterwegs war. Auch erinnere ich mich sehr deutlich, wer damals alles dabei war und vorallem WER… das war. Warum für etwas Geld bezahlen was man auch kostenlos anbieten kann? Einfach die Richtlinien der Suchmaschinen Betreiber ausdrucken, unterschreiben und dem Kunden in die Hand drücken. Das sollte dem Kunden Sicherheit genug sein.
    MfG Elias

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  5. @ Elias
    gute Idee mit den Richtlinien ;-)
    Kann mich auch noch gut an einige der frühen Mitglieder des DMMV erinnern – war schon eine illustre Ansammlung von Spezies aus DER Online-Branche zum Geld machen – der Größenwahn war von Anfang an Programm ;-)

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  6. „NetBooster“. Im openBC gibt`s zur BMW-Story (und Netbooster) einen ziemlich langen Thread. Der entscheidende Beitrag lautet:

    „NetBooster Deutschland erhält das „Qualified Google Advertising Professional“ Zertifikat.

    Die von Google zertifizierte Suchmaschinenmarketing Agentur NetBooster hat die Prüfung für Google Advertising Professionals erfolgreich abgelegt. NetBooster ist die erste SEM Agentur, deren Consultants gleichzeitig in Deutschland, Frankreich und Großbritannien von Google zertifiziert worden sind.

    Zur Gewährleistung der Qualität der Suchergebnisse, verpflichtet sich NetBooster, bei der Umsetzung und Durchführung von Suchmaschinen Kampagnen die Regeln des ethischen Suchmaschinen-Marketings zu erfüllen und einzuhalten.“

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  7. seit einführung ist das zertifikat mein persönlicher running gag.
    im prinzip setzen sich doch nur ein paar seo´s zusammen und vergeben sich selbst ein zertifikat für ihre arbeitsweisen.
    ob das dem kunden – für den das zertifikat eigentlich ein qualitätskriterium sein sollte – hilft, wage ich zu bezweifeln.

    so gerald.. und nun nenn mal deine preise, deine „tricks“ und sonstige interna. ;)

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  8. jörg, mein preis ist unbezahlbar, meine besten tricks sind trick 1, trick 2 und trick 3 und die interna heissen so, weil sie keine mehr wären wenn man sie der öffentlichkeit verriete – denn dann wären es nur noch externa. also kann man die nicht verraten, selbst wenn man wollte. zudem ist die anzahl aller meiner jemals gemachten falschen aussagen eine gerade zahl. ich denke das reicht für’s erste an infos :)

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  9. Ja, wo gibt es denn so ein Zertifikat? Habe noch nie davon gehört und ich schon auf dutzend SEO-Seminaren an der Uni und der FH. Bitte um Feedback.

    Grüsse an alle SEOs – wir sind SEO

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  10. Pingback: » SEO Referenzen
  11. @17: Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum die Herausgabe so problematisch ist, solange man nicht zu sehr ins Detail geht. Denn genau diese Geheimniskrämerei zeigt doch letztendlich, dass man ein schlechtes Gewissen bei der eigenen Arbeit. Aber ordentlich gemachte SEO ist kein Schmuddelgeschäft und dazu stehe ich.

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